Die Bekämpfung von Covid-19

Was ich begrüße in dem Kampf gegen Corona sind die Maßnahmen die getroffen werden um das Virus mit seiner Virulenz beherrschbar zu machen. Auf gesellschaftlicher Ebene, werden sehr, sehr viele Gesundheitsjahren gewonnen dadurch daß viele Menschen nicht sterben, Infizierten nachgefolgt werden können und sehr viele nicht krank werden müssen. Es wird appelliert an Solidarität und das ist gut.

Was mir fehlt im Diskurs über die Maßnahmen, ist die Betrachtung wie viele Gesundheitsjahre verloren gehen dadurch daß diese Maßnahmen sehr tief eingreifen in was uns Mensch macht. Wie viele Existenzen werden ruiniert dadurch da sehr, sehr viele ihren Beruf nicht ausüben dürfen, dadurch daß man sich nur extrem beschränkt treffen darf, dadurch daß Menschen vereinsamen, daß Menschen an Depressivität erkranken? Ich frage mich wie die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen beurteilt werden würde, wenn die verlorene Gesundheitsjahren mit betrachtet würden. Hier fehlt mir den Appell an Solidarität.

Was mir weiter fehlt im Diskurs ist die breitere Perspektive. Man möchte so schnell wie möglich zurückkehren nach wie es vorher oder früher war. Das ist verständlich aber die Frage worauf das Virus zeigen möchte ist nicht anwesend im öffentlichen Diskurs. Welche Einladung liegt verborgen hinter der Virulenz? Was ist das größere Thema und welches Potential hat das für uns alle? Vieleicht ist es die Einladung mal grundsätzlich zu reflektieren auf die Frage wie wir zusammen leben wollen.

Was mir auffällt und stört ist die Angstmacherei. Es herrscht an Tabu auf Sterben. Sterben macht Angst, obwohl es die einzige Sicherheit ist, die wir haben, wenn wir in diesem Leben geboren werden: eines Tages werden wir sterben. Alle Tiere (also auch wir Menschen) können sehr gut mit Stress umgehen aber nur kurzfristig. Es hilft uns zu überleben. Langfristiger Stress führt zur chronischen Angst und das führt zu Krankheiten. Weiterhin holt es unsere Existenz aus dadurch daß wir deutlich weniger in der Lage sind zu lernen (und damit weniger Möglichkeiten erarbeiten um unsere Existenz zu gestalten). Aber auch werden wir weniger in der Lage sein zu entspannen, zu spielen und einfach zu sein. Und weniger Verbindung zu anderen Menschen haben – die man ja eh nicht vertrauen sollte weil die uns infizieren werden.

Es ist Zeit für einen neuen Diskurs, den wir nicht exklusiv unseren Politikern überlassen dürfen. Wir müssen diesen Diskurs zusammen führen. Jenseits von der heutigen politischen Arena, mit ihren etablierten Interessen und Spielen. Und wir müssen dabei lernen auf der Vielfalt der Stimmen zu hören, damit eine nachhaltige Welt entsteht für uns und für alle Generationen, die nach uns kommen.

Es wird keinen ‘quick fix’ geben aber wie können wir damit anfangen?

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